Zell im Wiesental e.V.
Zell im Wiesental e.V.

Vereins-Chronik

Da es zum 100. Jährigen Vereinsjubiläum des Schwarzwaldverein Zell im Wiesental e. V. am 07. Juli 1984 keine Festschrift gab, so gab es auch keine Chronik. Aber da lückenlose Protokollbücher der Generalversammlungen seit 1884 vorlagen, so konnte eine Kurzchronik zusammengestellt werden.

Das Gründungsprotokoll
 

Die Mitglieder des Schwarzwaldvereins sind, einer Einladung des Herrn Dr. Herrmann folgend heute zu einer Sitzung zusammengetreten. Auf der  Tagesordnung standen folgende Punkte:

  1. Bildung einer eigenen Sektion und Wahl der Vorstandsmitglieder
  2. Einzug der Jahresbeiträge

So beginnt das Gründungsprotokoll vom 12. Dezember 1884, als 47 Mitglieder die Ortsgruppe des Bad. Schwarzwaldvereins gründeten und in der Pfefferhütte den Postverwalter Ehrhardt zum 1. Vorsitzenden wählten.

Generalversammlung 19. Januar 1887
"Am Wege über die Schweigmatt und den Glasberg sind 6 Wegweiser erstellt worden, welche Maler Gäng unentgeltlich bemalt hat. Es ist dies mit dem Ausdruck des Dankes gegen Herrn Gäng zur Kenntnis der Versammlung gebracht worden."

Generalversammlung 14. Dezember 1896
Der Verein zählt jetzt 60. Mitglieder.

Bei der Generalversammlung am 25. Februar 1907 betrug die Mitgliederzahl schon 98 und ein Jahr später waren es bereits 109. Aus diesem Protokoll: "Von Bürgermeister Steinmann wird noch ein Verbindungsweg zwischen Langrütteweg beim Nesselgraben zur Möhrenterasse angeregt, der eine wesentliche Abkürzung zu dem bestehenden Fußweg zum Möhrenturm bedeuten würde."
Bei der Generalversammlung am 12. Juli 1910 betrug der Kassenbestand Mark 50,39.

Von 1917 bis 1919 ruht die Vereinarbeit wegen der Kriegsereignisse; wichtige Arbeiten bis zum Jahr 1914 waren:

  • von 1903 - 1908 Anlegen des Höhenweges zum Belchen
  • 1905 Bau eines Weges vom Kühloch nach Adelsberg-Belchen

1907 Bau der Steimannshütte und der Bau eines Zick-Zack-Weges zum Großen Rank an der Adelsberger Straße.


Im Jahre 1922 befasste sich die Generalversammlung vorwiegend mit dem Wiederaufbau des Hohe-Möhr-Turms, den die Selektion Schopfheim beschlossen hatte. Das Vorhaben wurde von der Ortsgruppe Zell unterstützt.

Die Inflationszeit zeigte sich im Bericht der Generalversammlung 1924: "Der Kammweg Blauen-Belchen wurde ausgeputzt mit einem Kostenaufwand von Mark 100000.--; im Glasberg und Gotteröll wurden für Wegverbesserungen Mark 272000.-- ausgegeben." Die Mitgliederzahl betrug 249, sank aber 1928 auf 146 und 1929 auf 129. Der Kassenbestand betrug zu jener Zeit Mark 79,50.

Die Mitgliederzahl betrug 1935 noch 96, 1937 = 71 und betrug bei der letzten Generalversammlung vor dem 2. Weltkrieg am 21. Januar 1939 noch 64. In den Kriegjahren 1939 - 1945 blieb die Vereinstätigkeit - allerdings in stark eingeschränktem Umfang erhalten. Wegen Leute- und Materialmangel waren fast keine Außenarbeiten möglich. Die letzte Generalversammlung vor Beendigung des Krieges war am 03. März 1945, bei der noch 10 Mitglieder anwesend waren. Mit dem Bericht über diese Generalversammlung schließt auch das 1. Protokollbuch ab; die Jahre von 1945 bis heute sind in einem 2. Protokollbuch festgehalten. Wir zitieren wörtlich:

1945 - 1948: "Das schicksalsschwerste Jahr für das deutsche Volk und Vaterland 1945 liegt hinter uns. Der totale Zusammenbruch des deutschen Staats- und Volkslebens hat auch den Schwarzwaldverein in seinen Grundfesten erschüttert. Seine mannigfachen Einrichtungen, wie Weganlagen, Markierungen, Türme, Unterkunftshütten etc. haben in den Kriegs- und Nachkriegsjahren von 1940 bis 1948 durch Zerstörung und Vernachlässigung schwer gelitten, sodass er vor einem völligen Neuaufbau steht."

Bei der Generalversammlung am 05. März 1949 trat Carl Mohl vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Fabrikant Bernauer dankte Carl Mohl für seine große aufopfernde Arbeit während einer Dauer von 36 Jahren. Zu seinem Nachfolger wurde Karl Mauthe gewählt.

Bei der Generalversammlung am 02. Februar 1952 betrug die Mitgliederzahl schon wieder 154; es wurde eine Jugendgruppe unter der Leitung von Rudolf Krimer gegründet.

In der Generalversammlung 1955 wurde beschlossen, eine neue Satzung herauszugeben. Aus dem Protokoll: "Erfreulicherweise hat sich unser Wanderfreund Franz Wetzel bereit erklärt, die Vereinssatzung in seiner Buchdruckerei gratis zu drucken, was von der gesamten Versammlung freudig und begeistert begrüßt wurde."
 

In den Folgejahren sind viele Aktivitäten den Protokollen zu entnehmen:

  • 1960 Aufstellung des Möhren-Geist-Brunnens in der Langen-Rütte; Anlegung eines Fußpfades auf den Blauen-Gipfel
  • 1961 Einrichtung einer Schutzhütte auf der Raitbacher Höhe
  • 1962 Herrichtung der Schutzhütte im Kaiserweg
  • 1963 Bau einer Schutzhütte auf dem Köhlerplatz; Wiederaufstellung der Orientierungstafel am Bahnhof
  • 1968 Beteiligung an der Instandsetzung der Klopfsäge in Stadel; Neubau des Möhrenbrünneli beim Scheibenplatz
  • 1970 Bau einer Schutzhütte auf dem Wolfsackerplatz

1974 Beteiligung am Umbau des Wanderheimes Belchenblick

Generalversammlung 23. Januar 1965
Karl Mauthe kandidiert nicht mehr er wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer Vorsitzender wird Rudolf Kirner.

Generalversammlung 16. März 1968
"Wegwart Bernhard Schwar berichtet von 21 Kontrollgängen, wobei 65 km zu Fuß und 326 km per Auto zurückgelegt wurden. Anzubringen waren42 Wegweiser, 26 Pfeile, 26 Wegtafeln. 700 m Weg wurden passierbar gemacht und 50 m neu gegraben. 3 Schutzhütten sind gesäubert, sowie 10 Tafeln "Saubere Landschaft" angebracht worden."

Am 02. November 1974 wurde das 90jährige Vereinsbestehen mit einem Familienabend in der Stadthalle gefeiert.

Generalversammlung 05. März 1977
Jugendgruppenleiter Konrad Wetzel berichtete von den 105 Begegnungen, darunter 15 Gruppenabende, 17 Theaterproben, 29 Sportabende und 10 sportliche Wettkämpfe.

Generalversammlung 10. März 1979
"Naturschutzwart Georg Schleidt berichtete über den Bau des Verbindungsweges Blauen-Pfaffenberg. Im Zusammenwirken mit dem Bezirksnaturschutzwart ging man gegen die geplante Teerdecke vor und konnte erreichen, dass der Weg mit einer wassergebundenen Decke versehen wurde."
Seit 1978 beteiligt sich der Verein alljährlich mit einer Café-Bude am Städtlifest. Bei der Generalversammlung vom 14. März 1981 wurde Bernhard Schwar für vorbildliche Tätigkeit im Verlauf von 20 Jahren als Schriftführer, Wanderwart, Jugendwart und Wegwart zum Ehrenmitglied ernannt. 1981 erste Kontakte zu Embrun, 1982 Besuch in Embrun, 1983 Embruner Gegenbesuch in Zell. 1982 Bausteinaktion Möhrenturm. 1983 neue Satzung, 227 Mitglieder, 15 Wanderungen mit insgesamt 249 Teilnehmern.

Am 07. Juli 1984 fand die 100jährige Jubiläumsveranstaltung des Schwarzwaldverein Zell statt, bei der der Wiesentäler Alemannenweg mit einer Wanderung eröffnet wurde.

Am 07. November 2009 wurde das 125jährige bestehen des Schwarzwaldverein Zell mit einem Festbankett gefeiert.


Die 1. Vorsitzenden seit bestehen des Schwarzwaldverein Zell

  • Erhardt                     1884 - 1890
  • Ferdinand Faller         1891 - 1900 
  • Eduard Häring           1901 - 1904
  • Ferdinand Ritter        1905 - 1911 
  • Wilhelm Weisser        1912
  • Carl Mohl                  1913 - 1948    
  • Karl Mauthe              1949 - 1965   
  • Rudolf Kirner             1965 - 1967
  • Werner Bauer           1967 - 1975    
  • Robert Greiner          1976 - 1988
  • Konrad Wetzel           seit 1988 


 

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